Sunday, 30. June 2013
Enrico Rosenkranz

Alle Jahre wieder - Herzogenhorn 2013

von Enrico Rosenkranz

Seit nun über 30 Jahren reist unserer japanischer Lehrer Kenji Shimizu ins das Trainingslager Herzogenhorn im schönen Schwarzwald. Er hält dort ein Trainingslager von 2x einer Woche ab, welches für alle Beteiligten sehr intensiv ist. Bei einer dünneren Luft auf ca. 1300m Höhe, bis zu 3 Trainingseinheiten am Tag und dem fortgeschrittenen Niveau der Beteiligten gerieten die Teilnehmer zum Teil ganz schön ins Schwitzen.

Der technische Fokus lag in diesem Jahr auf der Harmonisierung von Werfer (Nage) und Geworfenem (Uke). Besonders der Uke sollte dem Nage immer ein Feedback über die Wirksamkeit der Technik geben. Weiter ermahnte uns Shimizu Sensei immer wieder, nicht in Automatismen zu verfallen. Diese Automatismen sind ein Teufelskreis, die einer Weiterentwicklung im Weg stehen. Deshalb ist es so wichtig, sich in den Partner hineinzufühlen und daraufhin die Technik anzupassen.

Während seiner mündlichen Ausführungen appellierte er immer wieder an die Aikidoka, im Kniesitz zu bleiben. Auch das ist ein Training für den Willen, eben bei Unannehmlichkeiten nicht aufzugeben. Weiter beklagte er, dass die Menschen sich in Japan und Europa immer mehr in die Bequemlichkeit flüchten und das dieses ein falscher Weg sei. Deshalb ist regelmäßiges Training so wichtig, um sich nicht nur körperlich weiterzuentwickeln, sondern auch geistig. Es sind wieder mehr Persönlichkeiten gefragt, die aus der Masse herausragen.

Neben dem Training war aber auch Zeit für Regeneration, Spaziergänge, nette Gespräche, Sauna und eine kleine Reise nach Freiburg. Die herrliche Architektur des Freiburger Münsters lud uns zu einer Besichtigung und ruhiger Verweilzeit ein. Anschließend wurde es bei einem Glas Bier im Biergarten wieder etwas lebhafter.

Zum Abschluss wurden durch Shimizu Sensei noch Graduierungen ausgesprochen. Aus dem Seishinkan wurden Mert Tümsek zum 2. Dan sowie Gerhardt Sibbing und Enrico Rosenkranz jeweils zum 1. Dan graduiert. Nach einer kleinen Abschlussfeier und gemeinsamen Frühstück am Samstag ging es dann wieder auf den langen Weg nach Hause. Bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: „Alle Jahre wieder - auf dem Herzogenhorn!“