Saturday, 26. November 2005
Gabi Boigs

Shiatsu-Workshop im Seishinkan

“Shiatsu für Aikidokas” – ein Workshop zum Kennenlernen

Ende November 2005 fand etwas ganz Neues in unserem Dojo statt. Angeregt durch einige Interessierte bot eine Aikidoka, die zur Zeit in einer Ausbildung zur Shiatsu-Praktikerin ist, einen kleinen Shiatsu-Workshop an. So trafen sich etwa 14 Aikidokas an einem Sonntagnachmittag um für ein paar Stunden in die Grundlagen dieser aus Japan kommenden Körperarbeit einzutauchen. Dabei gab es neben einigen theoretischen Grundlagen auch ganz viel Praxis zum Selbstausprobieren und Selbsterfahren.

Denjenigen, die mit dem Begriff “Shiatsu” noch nichts anfangen können, sei gesagt, dass es sich dabei um eine sanfte Form der Behandlung handelt, die in bequemer Kleidung auf einer weichen Unterlage auf dem Boden ausgeführt wird. Dabei werden i.d.R. mit dem Handballen (manchmal auch mit Daumen, Knie oder Ellenbogen) ausgewählte Energieleitbahnen (=Meridiane) behandelt. Kombiniert wird Shiatsu mit Akupressur, sanften Dehnungen und Gelenkrotationen. Ziel ist die Harmonisierung der Lebensenergie Ki und damit verbunden das Lösen von Energieblockaden, wodurch neben der Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens auch eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers erreicht werden kann. Theoretische Basis dieser Behandlungsform ist die 5-Elemente-Theorie (=Theorie der 5 Wandlungsphasen) der Traditionellen Chinesischen Medizin.

In unserem Workshop haben wir durch Abklopfen und Dehnen den Verlauf einiger ausgewählter Meridiane selbst erspüren können. Auch wurden uns einige Akupressurpunkte und deren Wirkungen vorgestellt. Wir erfuhren etwas über das dynamische Prinzip von Yin und Yang und wurden in die wesentlichen charakteristischen Grundlagen beim Geben von Shiatsu eingeweiht. Dabei zeigte sich, dass Aikido und Shiatsu durchaus Gemeinsamkeiten haben. So ist Grundvoraussetzung einer Shiatsu-Behandlung, dass der Gebende entspannt ist. Das heißt genauer gesagt, dass sein Atem frei fließt und der Rücken gerade und unverspannt ist. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die Druckausübung aus dem Hara (und nicht aus den Händen) sowie die Ausrichtung des eigenen Haras auf den behandelten Körperteil des Partners. Werden diese grundlegenden Merkmale beachtet, steht einer angenehmen Behandlung (fast) nichts mehr im Wege und der Behandelte kann sich dabei gut entspannen.

Der Höhepunkt unseres Workshops war das Erlernen einer Behandlung des Blasenmeridians, die nicht nur Rücken und Beine sondern auch die Füße umfasste. Dabei wurde uns die gesamte Behandlung in kleinen gut verdaubaren Teilen nahe gebracht. Bei angenehmer musikalischer Untermalung fühlte sich niemand überfordert und ich denke jeder von uns Aikidokas konnte etwas für sich aus dem Workshop mitnehmen. Besonders sicherlich auch diejenigen, die vorher noch gar keinen Kontakt mit Shiatsu gehabt haben.

Während des Workshops herrschte eine sehr ruhige und konzentrierte Atmosphäre, die durch das Schießen von Fotos keiner stören wollte. So können wir Euch hier leider keinen visuellen Eindruck vermitteln. Doch in den nächsten Wochen ist ein erneuter kleiner Workshop ins Auge gefasst und vielleicht bist Du dann ja auch dabei!? Wer außerhalb des Workshops eine Shiatsu-Behandlung bekommen möchte, kann sich auch gerne an Gabi wenden. Sie ist immer wieder für Interessierte offen.