Wednesday, 15. March 2006
Eckhardt Hemkemeier, Gaëlle Hemkemeier

Schnee, Eis und Schweiß – Shimizu Sensei in Oberhaching und Deggendorf

Aikido im Jahrhundertwinter, 6. – 12.03.2006

Gaëlle und ich wollten eigentlich mit dem Auto am Montag nach Oberhaching, Nähe München fahren. Aber am Sonntag, Senseis Abreise von Berlin nach München, wurde vor Eis und Schnee, Staus und großen Problemen gewarnt. Also buchten wir in letzer Sekunde einen Flug für Dienstag in der Früh, um pünktlich zum Training in der Sportschule Oberhaching zu sein.

Um 5.30 Uhr waren wir am Flughafen und warteten dann doch eine halbe Stunde länger als geplant. Auch die S-Bahn in München fuhr ein wenig langsamer als gewohnt. Überall waren Schnee- und Eisberge zu sehen, festgefahrene Schneedecken, meterhoch eingeschneite Autos. Eine weiße Traumlandschaft zog an uns vorbei, für die Bayern nun wohl eher eine Alptraumlandschaft.

Etwas zu spät waren wir dann doch, aber Sensei nahm es uns nicht übel, tags zuvor hatte er selbst 2 Stunden auf seinen Flieger warten dürfen. Der Lehrgang, organisiert von Matze aus Bad Kitzingen, unterstützt von engagierten Gröbenzellern, hatte schon am Nachmittag zuvor begonnen und die 100 Aikidoka waren schon gut eingestimmt. Sensei war voll des Lobes über die Lehrgänge in Genk und Berlin zuvor und erwartete dies auch hier. Die Teilnehmer enttäuschten ihn nicht. Seine Einstellung zum Budo und unermüdliche Inspiration sprang wie so oft auf uns über.

Trotz der unglaublich schlechten Klimaanlage(die Erbauer sollten mal nach Japan fahren), der weich und hart gemischten Matten, ließen sich die Teilnehmer die Freude nicht nehmen. Aber 1 1/4 Stunden morgens und 2 Stunden nachmittags, verlangten ihren Tribut. Husten und Atemnot erklang überall, einige Mägen konnten sich wohl auch nicht mit der Großküchenkost anfreuden.

Immer wieder unterbrach Sensei das Training, um von seinen Erfahrungen im Judo, dann im Aikido mit O'Sensei zu berichten. Immer wieder ermahnte er uns, und damit auch auch sich selbst, wie er betonte, nicht den Budogeist zu vergessen, den Kampf mit sich selbst zu führen, nicht aufzugeben wenn es hart wird und zu wachsen an der Konzentration und Anstrengung.

Stock- und Schwertraining, auch eine Stunde mit dem Messer, brachten eine interessante Abwechslung. Immer wieder wies Sensei uns darauf hin, dass wir kein Yaido, Kendo oder ähnliches machen, sonder Aikiken, Aikijo.

Von Zeit zu Zeit führte er dann auch das Ukemi vor, welches immer wieder faszinierend ist. Ich selbst hatte das Vergnügen Sensei mit einem Kokyunage werfen zu dürfen. Solch einen Uke wünscht man sich für alle Tage. Unglaublich gleichmäßig und Timing folgte er meiner Technik.

Das wurde für mich das Motto der restlichen Aikidotage dieser Lehrgänge.

Am Ende des Lehrgangs war Sensei voll des Lobes über die Teilnehmer, sie haben nicht aufgegeben und sind gewachsen an der Herausforderung. Auch war wieder überrascht über die Leidenschaft und die Verbesserung des Aikido der gemischten Gruppe aus ganz Deutschland.

Am Sonnabend mußten wir dann leider unseren gasfreundlichen Freunde Carolina und Bert verlassen und es ging mit der lustigen Jugengruppe von Großhadern, die uns freundlicherweise aufnahm, mit dem Zug nach Deggendorf. Das kurzfristige Tief und damit Schmelzwasser, hatte schon viele Flüsse über die Ufer treten lassen und so sahen wir bei der Ankunft in Deggendorf die Donau schon in einigen Vorgärten. Aber es wurde schon wieder kälter und schneite auch auch schon wieder. Fast wäre auch der Lehrgang abgesagt worden, da hier die Hallen alle mit meterdicken Schneedecken bedeckt waren. Robert Hundshammer, Aikidourgestein und humorvoller Organisator des zum 30jährigen Bestehens des Aikido in Deggendorf Festslehrgang, begrüßte Teilnehmer und Sensei mit freundlichen Worten.

Am nächsten Morgen begrüßte uns auch die Oberbürgemeisterin von Deggendorf mit salbungsvoller Stimme, und wir erfuhren was wir im Aikido eigentlich machen, und wie schön das doch ist. Da war für Robert der richtige Zeitpunkt gekommen. wie er es vertanden hätte, sei zum Beispiel die Halle für die Aikidoka immer offen, was dann die geehrte Frau Bürgermeisterin nicht bestreiten wollte, sondern auch noch bekräftigte. Begeistert ablaudierten ihr die Teilnehmer und auch Sensei war voll des Lobes für solch ein Engagement und Verständis des Aikido.

Zum Schluß gab es auch großen Ablaus für Sensei und Birgit, die wieder einmal 3 Wochen an Senseis Seite dolmetschte und Ukemi für ihn machte.

Gaëlle und ich bedanken uns auf diesem Wege auch noch einmal bei Stefan, der uns so komfortabel aufnahm, bei den fleißigen Organisatoren und den Teilnehmern der beiden Lehrgänge, für die schönen Techniken und Ukemi, die schönen Gespäche und die lustigen Abende.

Auf ein baldiges Wiedersehen
Gaëlle und Eckhardt, März 2006