Saturday, 21. January 2012
Matthias Schwing

Warum machen Sie Aikido im Seishinkan?

Ein Artikel von Matthias Schwing

[Schwing]

Warum ich Tendoryu Aikido übe.

Hallo ich heiße Matthias, bin 50 Jahre alt, und übe Tendoryu Aikido seit etwas mehr als 2 Jahren.

Nach Jahren im Ju Jutsu, Jiu Jitsu wurde ich neugierig auf das Aikido. Es sah so elegant aus, fast schon gestellt. Mein Freund und langjähriger Trainingspartner Hartmut, ging schon zwei Monate früher Aikido trainieren. Davon wusste ich erst gar nichts, eigentlich ging ich davon aus, dass das nicht so seine Ausrichtung im Kampfsport war. Umso überraschter war ich, als er mir vorschlug, mit zu einem Probetraining zu kommen. Ich freute mich darauf und ging mit.

Das Probetraining werde ich wohl nie vergessen.

Mit dem Betreten des Dojo merkte ich sofort, das hier ist etwas Besonderes.
Ich konnte es nicht genau beschreiben, was es so besonders machte.

Erst nach dem Training wusste ich warum. Oder genauer gesagt, ich begann es zu begreifen.

Es war die Höflichkeit, mit der man sich hier begegnet, die Aufmerksamkeit während des Trainings und danach. Es wurde besonders auf die Anfänger geachtet.
Es gab keine festen Trainingspartner. Jeder war bemüht, die gezeigten Techniken, so gut es geht, zu üben. Darüber hinaus war es wohltuend ruhig beim Training, jeder war sehr konzentriert. Die Techniken waren anspruchsvoll, und wurden dynamisch ausgeführt ohne aggressiv zu wirken. Ich kannte diese Art des Trainings nicht. Ich kam aus dem Kampfsport und erhielt eine Lektion in Kampfkunst. Es wurde nicht gekämpft, die Angriffe wurden umgelenkt und beendet.

Ich hatte schon so einiges an Kampfsport gesehen, aber was ich hier sah, war völlig faszinierend. Die Leichtigkeit mit der Eckhardt, unser Dojo-Leiter, die Techniken zeigte,
war außergewöhnlich.

An der Effektivität der Techniken gab es überhaupt keine Zweifel.
Körperliche Kraft war bedeutungslos.

Ich versuchte die Techniken nachzumachen und erkannte schnell, das braucht seine Zeit. Das hier ist Kampfkunst.

Was aussah wie eine einstudierte und abgesprochene Technik (es sah so leicht aus) war in Wirklichkeit eine beeindruckende Vorführung von Techniken. Der Angreifer wusste nicht welche Verteidigungstechnik kommen würde, seinen eigenen Angriff hat er aber mit Energie und ohne zu zögern ausgeführt.
Ich fing sofort an zu üben. Dabei merkte ich, dass ich viel vom Jiu-Jitsu „vergessen“ musste, es brachte mich hier nicht weiter.
Was Aikido wirklich bedeutet, sollte ich erst später anfangen zu begreifen.

Das Erste was ich an mir bemerkte war, dass ich völlig entspannt mit einer ungewohnten inneren Ruhe aus dem Training kam.
Das war sehr angenehm – was war passiert?
 

Es war das Training, das großen Einfluss auf mich nahm.
Es wurde langsam und sehr genau geübt. Die Aufmerksamkeit war auf die Technik und den Partner ausgerichtet, und nicht auf den Willen zu gewinnen. Jeder nahm auf den Anderen Rücksicht. Ich war aufgefordert meinen Mut einzusetzen, um die Angriffe bis zum Schluss mit Energie auszuführen.

Das klingt so selbstverständlich, ist es auch, wenn man weiß welche Verteidigungstechnik folgt.

Aber wenn man das nicht weiß, ist das schon deutlich anders!

Wer es einmal ausprobiert hat weiß was ich meine.

Ständige Aufmerksamkeit wurde sehr bedeutsam für den Angriff und für die Verteidigung.   Ich musste in der Lage sein, jederzeit auf eine veränderte Aktion zu reagieren.

Nun könnte ich noch lange so weiter schreiben und schwärmen, besser ihr kommt einmal selbst zum Probetraining vorbei und erlebt es. Es ist einfach toll.

Ich bin begeistert von dieser natürlichen Art des Budos.
Ich bin sehr dankbar für die hervorragende Ausbildung und für die bemerkenswert gute Gemeinschaft.

Ein guter „Geist“ herrscht in diesem Dojo.

Das war es vielleicht, was ich gleich beim ersten Besuch spürte.

Ein „echtes“ Dojo ist etwas Besonderes.

Das Aikido-Dojo-Seishinkan ist eines!

Kommt vorbei und überzeugt euch selbst.

Herzlichst,

Matthias