Montag, 04. Dezember 2017
Eckhardt Hemkemeier

Alt und Neu

Aufwachen kann Spaß machen....

Das Jahr geht dem Ende zu, ein neues Jahr zeigt sich schon.

"Ewig grüßt das Murmeltier", oder doch nicht?

Ist es wirklich immer gleich oder oder liegt es nur an unserer Einstellung und Wahrnehmung?

Es ist mir klar, dass dies keine echten Fragen sind, sondern nur rethorische Floskeln.

Doch warum handeln dann die meisten Leute immer in gleicher Weise und verändern nichts.

Wir sind müde vom Jahr, haben redlich gearbeitet und gelernt und sind dennoch nicht zufrieden und nehmen uns vor, das neue Jahr anders zu gestalten.

Ich habe dieses Jahr etwas anders unterrichtet, auch etwas anders gelebt und habe eine Menge gesehen und verstanden. Doch warum bin ich nicht zufrieden?

Wird man, weil man wacher und empfindsamer wird auch unzufriedener?

Shimizu Sensei sagte einmal in einem Gespräch, dass man sich nicht gefangen nehmen lassen darf, dass Aikido kann einen freier machen aber auch gefangener machen.

Als mir diese Geschichte wieder einfiel wusste ich, dass ich darüber schreiben muss.

Und ist nicht der Jahresübergang passend dafür?

Betrachtet man also das vergangene und das neue Jahr aus der Warte des unzufriedenen und zufriedenen Menschen, so offenbart sich ein neuer Blickwinkel. Was war denn schlecht und was war gut und was soll besser werden?

Das Wetter war wirklich nicht gut, die Weltpolitik dürftig, das Lebensniveau im Abwärtstrend.

Wir befürchten Kriege und sozialen Abbau und dennoch bewegen wir uns nicht. Immer noch glauben wir das es ein Schicksal gibt. Mag sein, aber wenn wir mit mehr Kraft an unseren Zielen arbeiten, wenn wir auf die wenigen oder vielen kleinen Erfolge blicken, haben wir dann nicht weniger Angst, weil wir bemerken, dass wir doch etwas bewirken?

Wenn man aber nichts tut, oder nur fordert und nichts einbringt, dann wächst die Unzufriedenheit, oder noch schlimmer, man stumpft ab und denkt das man in Ordnung ist.

Das neue Jahr hilft uns nicht, nur das eigene tun. Das alte Jahr, die Vergangenheit, kann uns nur den Spiegel vorhalten. Diesen sollten wir wirklich zerbrechen und nicht daran kleben, sondern einen neuen Spiegel erzeugen, der aus unseren neuen Taten und ein wenig wacheren und fröhlicheren Gesichtern entsteht.

Ich habe in unserem Dojo einige Gesichter gesehen, die heller und wacher wurden. Das hat mich mutig gemacht und angefeuert besser und begeisternder zu unterrichten.

Wenn man sein Leben vorbeiziehen sieht kann man aufspringen oder es ziehen lassen. Sensei sagte mal, der Mensch hat sein stärkstes Ki mit 60 Jahren erreicht, das man es überhaupt erreicht, liegt letztlich doch an uns.

Der Advent ist die Zeit der Besinnung, das Weihnachtsfest das Fest der Freude und das Neujahrsfest der Zeitpunkt des Starts zum Wandel.

Der muss aber jede Sekunde sein.

Ich wünsche allen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Fest und ein glückliches neues Jahr. MAchen müssen wir das allerdings selbst