Sonntag, 06. März 2016

Shimizu Sensei in Hamburg März 2016

Bericht über den Lehrgang mit Shimizu Sensei und Waka Sensei Kenta Shimizu in Hamburg

Shimizu Sensei im Aikido-Dojo Seishinkan vom 8.-10.3.2016

Eine große Ehre bekam unser Dojo mit dem Besuch vom Kenji Shimizu Sensei, einem der letzten Schüler von O’Sensei Morihei Ueshiba. Begleitet wurde er von seinem Sohn Waka Sensei Kenta Shimizu und Birgit Lauenstein. Dementsprechend groß waren auch die Vorbereitungen für dieses Seminar:

Samstag 05.03.2016: Großes Dojo-Putzen

Wir Seishinkaner wollten uns natürlich von der besten Seite zeigen. Daher haben wir uns aufgemacht und unser Dojo auf Vordermann gebracht. Es gab viel zu tun: Matten putzen, Sanitäranlagen reinigen, Fenster reinigen, Dojo saugen, Aufräumen der Lagerräume, Reinigung der Umkleideräume, mehr Platz schaffen für unsere Gäste. Da mehr Mitglieder kamen als eingeteilt war die Reinigungsaktion innerhalb von 2h erledigt. Wir konnten unser Dojo von der besten Seite zeigen und waren gespannt auf das Seminar.

Dienstag 08.03.2016

Zu Beginn des Trainings begrüßte Shimizu Sensei und sein Sohn Kenta jeden persönlich. Das Training an diesem Tag war ganz dem Thema gewidmet: Ist das Trainieren hart, dann ist es nicht richtig gemacht. Shimizu Sensei zeigte uns an Hand einiger Beispiele, wie die Techniken richtig ohne Kraftaufwand gemacht werden. Dabei betonte er stets, dass Aikido kein Wettkampf ist, sondern das Training ein Zusammenfließen der KI-Kräfte mit dem UKE ist. Wir sollten den Gegner fühlen und auf ihn einstellen. Somit entstehen die Harmonie und die Leichtigkeit und keine Kraft. Er wies darauf hin, dass die Techniken auch mal schmerzhaft sein können. Stetiges Üben aber bringt mit der Zeit den Erfolg und die Weichheit. Shimizu Sensei beschrieb das Ganze auch an Beispielen bei seinem Training mit O’Sensei und würzte seine Beschreibungen durch einige Anekdoten mit seinen Erlebnissen bei O’Sensei.

Das leckere Essen mit unseren Gästen bei unserem Stammitaliener war dann der krönende Abschluss dieses ersten Tages. Wir hatten es uns auch verdient.

Mittwoch 09.03.2016

Waka Sensei Kenta begann heute mit dem Training. Es wurde dynamisch. Verschiedene Techniken wie Ikyo Omote und Ura wurden geübt. Dabei erklärte Kenta uns die Bedeutung des kleinen Fingers beim Aikido. Dieser ist die Schneide wie beim Schwert. Viele Techniken des Aikidos sind aus den Schwerttechniken hervorgegangen. Dementsprechend sollte die führende Hand wie ein Schwert bewegt wegen, wobei der kleine Finger dann die Schneide des Schwertes ist. Außerdem betonte er, dass Anfänger zu Beginn stets hart sind, sie aber lernen sollen, in den Bewegungen weicher zu werden. Dieses veranschaulichte er uns an Hand des Kindertrainings im Tendokan. Zum Abschluss gab es dann noch ein wenig Fallschule, was trotz der Menge an Teilnehmern gut gelang.

Nachdem wir alle ‚aufgewärmt‘ waren zeigte uns Shimizu Sensei einige Techniken an Hand des Schwertes Und die Umsetzung im Aikido. Dabei erklärte er uns auch die Bedeutung des Schwertes bei den Samurais und das vieles in den Samurai-Filmen falsch dargestellt wurde.

Dem Abschluss bildete dann wieder ein gemütliches Abendessen bei unserem Stammchinesen.

Donnerstag 10.03.2016

Auch heute begann Waka Sensei Kenta mit dem ‚Warmmachtraining‘. Es wurden die Techniken des vergangenen Tages noch einmal wiederholt. Dabei kam es darauf an, die Technik zum richtigen Zeitpunkt zu beginnen und nicht zu warten, bis der Uke einen „gepackt“ hat. Nachdem wir so richtig am Schwitzen waren übernahm Shimizu Sensei wieder das Training. Er erzählte, dass aufgrund der weichen Bewegungen Aikido bis in das hohe Alter geübt werden kann. Aikido ist das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist. Er berichtete von einem 80 jährigem Schüler, der in diesem Alter mit dem Aikido begonnen hat und bis heute gerade und aufrecht durch das Leben geht. Dabei wirkt er auch noch dynamisch. Ebenso erzählte er von einem blinden Schüler, der aufgrund seines Trainings und seines Gehöres problemlos und ohne Mithilfe anderer Aikidokas sich im Dojo zurechtfand und problemlos beim Training teilnehmen konnte. Shimizu Sensei selber demonstrierte dann selber die Fallschule. Den Abschluss nutzten wir zum Tenchi Nage, bei dem das in den Tagen vorher trainierte noch einmal angewandt wurde.

Nach dem Training wurde Kenji Shimizu Sensei, Waka Sensei Kenta sowie Birgit Lauenstein mit großem Beifall verabschiedet und. Sie bekamen von uns jeder als Gastgeschenk ‚Wegzehrung‘ für die lange Reise nach Moers.

Eckhard Hemkemeier bedankte sich bei allen Teilnehmern für ihr Engagement und war sehr erfreut darüber, dass alle Teilnehmer schon 20 Minuten vor dem eigentlichen Beginn um 19:00 auf der Matte waren. Dadurch haben wir schon 15 Minuten eher begonnen und konnten dadurch zum Ende entspannter duschen und umziehen.

Donnerstag 10.03.2016 nach dem Seminar:  Stehparty mit Sushi-Essen

Für einen gelungenen Abschluss hat sich unser Dojo noch etwas einfallen lassen: eine Sushi-Party mit unseren japanischen Gästen und den Teilnehmern. Schnell bauten wir die Tische auf und verteilten dann acht große Sushi-Platten auf den Tischen. Nachdem wir uns gestärkt hatten zeigten wir einen emotionalen Film über das Tendoryu-Aikido und seinem Begründer Shimizu Sensei. Peter Nieblich bedankte sich bei Eckhard Hemkemeier für die Gastfreundschaft und die Ausrichtung des Seminars. Er komme immer wieder gerne in unser Dojo zu den Veranstaltungen. Waka Sensei Kenta Shimizu hat uns alle eingeladen, doch einmal Japan zu besuchen und am Training im Tendokan-Dojo teilzunehmen.

Nach etlichen Gläsern Sake sowie anderen Getränken klang das erfolgreiche Seminar dann langsam aus.

Markus Janas