Sonntag, 16. August 2015
Markus Janas

Achtsamkeitstraining

Ein Beitrag über Burnout und Achtsamkeitstraining von Markus Janas

Aikido und Achtsamkeit bei Burnout

Burnout ist in aller Munde. Der Stress durch den Beruf und Lebensumstände versetzt das Gehirn in einen Alarmzustand wie bei einer Gefahrensituation. Dieser Alarmzustand ist aber gegenüber der Gefahrensituation nicht kurzzeitig, sondern dauerhaft vorhanden. Der Betroffene kommt nicht zur Ruhe. Die dadurch resultierende dauerhafte Ausschüttung von Stresshormonen bewirkt, dass die Denkmechanismen und Speichervorgänge im Gehirn und das soziale Verhalten sich verändern. Der Betroffene ist krank bis zur totalen Handlungs- und Urteilsfähigkeit. Das Ergebnis zum Ende sind dann schwerste Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken.

 

Oberstes Ziel bei einem Burnout ist es dann, diesen Alarmzustand zu verlassen und die Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Dieses geschieht während einer Reha durch Herausnahme des Betroffenen aus seinem aktuellen Lebensrhythmus. Unter ärztlicher und psychologischer Anleitung wird der Patient „heruntergefahren“. Dieses geschieht durch Gespräche, Psychotherapien, Verhaltenstherapien und Entspannungstechniken.

 

Eine große Hilfe bieten die asiatischen Entspannungstechniken wie Zen, Meditation und Achtsamkeitstraining. Durch deren ruhige Fokussierung auf das Innere und das Loslassen der Gedanken schafft es das Gehirn, aus dem beim Burnout anstehenden Alarmzustand wieder in den Normalzustand zu gelangen. Jeder sollte einmal versuchen, einfach nur eine Rosine oder ein Stück Schokolade achtsam und langsam zu essen und durch Fokussierung auf den Geschmack die unterschiedlichen Geschmäcker herauszufinden. Selbst diese kleine Übung bewirkt schon eine leichte Form des Entspannens.

 

Den gleichen Effekt hat der Betroffene bei langsamen und achtsamen Bewegungstherapien wie Yoga, Qui Gong oder Tai Chi, die auch in Burnouttherapien angeboten werden. Auch hier helfen die langsamen Bewegungen dazu, sich auf eine Sache zu fokussieren und den Alarmzustand des Gehirns zu reduzieren. Schlechte Gedanken werden verdrängt, andere Gedanken nicht zugelassen. Der Übende konzentriert sich nur noch auf die langsame Bewegung.

 

Auch Kampfsportarten wie Karate oder Aikido können therapeutisch genutzt werden. Wir möchten da als Beispiel das Aikido unseres Dojos nehmen. Da es beim Aikido keinen Wettkampfgedanken gibt, ist es so möglich, mit seinem Partner die Techniken und Übungen langsam und achtsam durchzuführen. Der Partner muss sich auf die langsame Geschwindigkeit des Übenden einlassen. Er muss fokussiert wahrnehmen, was mit ihm passiert und muss entsprechend achtsam reagieren. 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Aikido ist Achtsamkeitstraining in Bewegung.

 

Markus Janas / Tenoryu Aikido Dojo Seishinkan